Die Regierung des Himmels. Globalgeschichte des Luftkriegs

Aus dem Französischen übersetzt von Daniel Fastner

1911 wird über Libyen zum ersten Malin der Weltgeschichte eine Bombe aus einem Flugzeug abgeworfen. Genau hundert Jahre später fallen wieder Bomben auf das Land. Zurück bleibt ein zerfallender Staat, der im Chaos versinkt. Zwischen diesen beiden Angriffen liegt ein Jahrhundert der Zerstörung und des Schreckens aus der Luft: Guernica, Coventry, Dresden und Hiroshima sind traumatische Brandmale unserer Zivilisation, die von dem revolutionären Charakter des Bombenkriegs zeugen. Thomas Hippler schildert mit seiner fulminanten und Maßstäbe setzenden Globalgeschichte des Kriegs aus der Luft die Entwicklung dieser apokalyptischen Kampfform, die erstmalig die gesamte Bevölkerung ins Visier nimmt und den Krieg als Kollektivstrafe im bittersten Sinne des Wortes demokratisiert. Erprobt in den Kolonialkriegen, findet diese Strategie im Zweiten Weltkrieg auch in den westlichen Zentren ihre tödliche Anwendung, um dann in Vietnam und mithilfe von Marschflugkörpern und Drohnen im Irak und in Pakistan wieder in die Peripherie zu wandern. Der Bombenkrieg soll es möglich machen, überall und jederzeit einzugreifen und die Welt so als Ganzes zu regieren. Mit fatalen Folgen: Als Resultat der angestrebten Weltordnung regiert das globale Chaos. Die Regierung des Himmels, die darauf verzichtet, den Boden zu befrieden, markiert den Beginn der Kriege ohne Ende, die wir heute überall beobachten können. 

Rezensionen:

Sven Ahnert, Bayern 2 Kulturwelt, 7. Juni 2017

Hans-Martin Schönherr-Mann, "Der Terror der Reichen", spektrum.de, 29. Juni 2017.

Andreas Förster,  "Der demokratisierte Krieg", Berliner Zeitung, 14. Juli 2017.

Sophia Diafinger, H-Soz-Kult, 13. Oktober 2017.

Wolfgang Schneider, Deutschlandfunk Kultur, 20. November 2017. hören und lesen